Wo kann man Rohstoffe handeln?

 

Rohstoffe wie Öl, Gold, Kupfer oder Weizen lassen sich nicht einfach wie Aktien über ein normales Depot kaufen. Der Handel erfolgt meist indirekt über Derivate, börsengehandelte Produkte oder Unternehmensbeteiligungen. Für Privatanleger gibt es heute jedoch zahlreiche einfache und kostengünstige Möglichkeiten, in diesen Markt einzusteigen – von ETFs bis hin zu Futures. In diesem Beitrag zeige ich dir die wichtigsten Wege, wo und wie du Rohstoffe handeln kannst, inklusive Vor- und Nachteilen.

1. Börsengehandelte Fonds (ETFs und ETCs)

Der einfachste und beliebteste Einstieg für die meisten Privatanleger.

  • ETFs auf Rohstoffindizes: Fonds wie der Bloomberg Commodity Index ETF oder der UBS Bloomberg CMCI replizieren breite Rohstoffkörbe (Energie, Metalle, Agrar).

  • ETCs (Exchange Traded Commodities): Physisch hinterlegte Produkte, vor allem bei Edelmetallen (z. B. Gold-ETCs von Xetra-Gold oder EU-Gold von Invesco, die physische Auslieferung ermöglichen).

  • Wo handeln? Über jede normale Wertpapierdepot bei Banken oder Online-Brokern (z. B. Consorsbank, Comdirect, Trade Republic, Scalable Capital).

Vorteile: Niedrige Kosten, hohe Liquidität, keine Hebelrisiken, einfache Handhabung wie bei Aktien. Nachteile: Kein direkter Preisexposure bei manchen rollierenden Futures-ETFs (Contango/Backwardation-Effekte können Rendite schmälern).

2. Zertifikate und Derivate

Viele Emittenten bieten Hebel- und Anlagezertifikate auf einzelne Rohstoffe an.

  • Long/Short-Zertifikate, Knock-Out-Produkte oder Optionsscheine auf Öl, Gold, Kupfer usw.

  • Emittenten: z. B. Goldman Sachs, UBS, Vontobel, Société Générale.

Wo handeln? Ebenso über das Wertpapierdepot bei Brokern oder direkt an der Börse Stuttgart (Euwax) und Frankfurt.

Vorteile: Hohe Flexibilität, Hebel möglich, auch für kurzfristige Trades. Nachteile: Emittentenrisiko (Kreditrisiko des Herausgebers), komplexere Produkte, teilweise hohe Spreads.

3. Futures und Optionen (direkter Terminmarkt)

Der „klassische“ Weg institutioneller Investoren – für erfahrene Privatanleger mit höherem Kapital machbar.

  • Wichtige Börsen:

    • CME Group (Chicago): Öl, Gold, Agrarrohstoffe

    • ICE (Intercontinental Exchange): Brent-Öl, Kakao, Kaffee

    • LME (London Metal Exchange): Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium

    • EEX (European Energy Exchange): Europäisches Erdgas, Emissionsrechte

Wo handeln? Über spezialisierte Futures-Broker (z. B. Interactive Brokers, CapTrader, LYNX) mit Zugang zu diesen Terminbörsen.

Vorteile: Direkte Preisexposition, hohe Liquidität, keine Emittentenrisiken. Nachteile: Hohe Margin-Anforderungen, tägliche Nachschusspflichten, komplexe Rollprozesse – definitiv nichts für Einsteiger.

4. Aktien von Rohstoffunternehmen

Indirekter Zugang über Produzenten und Explorationsfirmen.

  • Beispiele: Ölkonzerne (Shell, ExxonMobil), Bergbauunternehmen (Rio Tinto, BHP, Glencore), Agrarkonzerne.

  • Spezialfonds/ETFs: z. B. auf den S&P Global Natural Resources Index.

Wo handeln? Ganz normal über das Aktiendepot.

Vorteile: Dividenden möglich, Unternehmenswachstum zusätzlich zum Rohstoffpreis. Nachteile: Zusätzliche Unternehmensrisiken (Management, Schulden, Produktionsprobleme) – nicht 1:1 mit dem Rohstoffpreis korreliert.

5. CFDs und Forex-Broker

Für kurzfristige Trader mit Hebel.

  • Viele CFD-Broker bieten Rohstoffe als Underlying (Öl, Gold, Silber usw.).

  • Plattformen: z. B. IG, Plus500, eToro.

Vorteile: Hoher Hebel, 24/5-Handel, niedrige Einstiegshürden. Nachteile: Hohes Verlustrisiko (bis zum Totalverlust), oft höhere Gebühren, regulatorische Warnungen vor CFDs.

6. Physischer Kauf

Vor allem bei Edelmetallen.

  • Gold- und Silbermünzen/-barren über Edelmetallhändler (z. B. Degussa, Pro Aurum, online bei Geiger oder Münzhandelshäusern).

  • Lagerung zu Hause oder in Schließfächern/Tresoren.

Vorteile: Direkter Besitz, kein Kontrahentenrisiko. Nachteile: Lagerkosten, Diebstahlrisiko, Spread beim Kauf/Verkauf, keine laufenden Erträge.

Fazit: Der richtige Weg hängt vom Profil ab

Für die meisten Privatanleger sind ETFs und ETCs der beste Einstieg – einfach, kostengünstig und diversifiziert. Erfahrene Investoren können über Futures oder Derivate präziser positionieren, während Aktien eine langfristige Alternative darstellen. Wichtig: Informiere dich immer über Kosten, Risiken und Steuern (in Deutschland z. B. Abgeltungsteuer, bei physischem Gold keine Mehrwertsteuer auf Anlagegold).

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